Nachhaltigkeit: Bürokratie bei Berichtspflichten reduzieren Handwerkskammer mahnt zur Eile
von Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade am 03.04.2025Nach dem Beschluss des EU-Parlaments, im Schnellverfahren darüber zu entscheiden, ob Unternehmen mehr Zeit bei der Umsetzung der Pflichten zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) erhalten, mahnt der Präsident der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade zur Eile. „Gerade kleine und mittlere Unternehmen brauchen bürokratische Entlastungen und schnell Rechtssicherheit. Ein erster wichtiger Schritt ist die rasche Verschiebung dieser Vorschrift,“ sagt Detlef Bade. Nach dem Willen der EU-Kommission sollen die neuen Pflichten zwei Jahre später als ursprünglich vorgesehen greifen – somit frühestens 2028. Dazu muss neben dem Parlament auch der Rat seine Zustimmung geben.
Laut Bade sei Nachhaltigkeit im Handwerk gelebte Praxis. Ob bei der Errichtung von Photovoltaikanlagen, der Dämmung von Gebäuden oder der Installation von Ladesäulen für die E-Mobilität – Handwerksbetriebe würden täglich einen entscheidenden Beitrag zur Transformation der Wirtschaft leisten. „Unsere Betriebe arbeiten längst nachhaltig, aber sie haben weder die Zeit noch die Ressourcen für aufwendige Berichte“, sagt Bade. Die geplante Einführung des freiwilligen Nachhaltigkeitsberichtsstandards für kleine und mittlere Unternehmen (VSME) könne eine Chance für das Handwerk sein, um Anforderungen anderer Marktteilnehmer, zum Beispiel im Bereich der Finanzierung, zu erfüllen. Wichtig sei eine praxisgerechte Ausgestaltung und Umsetzung. Der VSME müsse leicht verständlich sein, mit einem vertretbaren Zeitaufwand umsetzbar und flexibel an die Strukturen der Handwerksbetriebe angepasst werden. „Ein kleines Unternehmen darf nicht mit denselben Anforderungen konfrontiert werden wie ein Großkonzern. Modular aufgebaute Berichtsinhalte und ein Fokus auf wesentliche Indikatoren wie Energieverbrauch oder soziale Maßnahmen wie zum Beispiel die Ausbildungsleistung sind notwendig, um unnötige Bürokratie zu vermeiden“, fordert Detlef Bade.
Außerdem dürften die Berichtspflichten nicht durch die Hintertür über die Lieferketten auf kleine Betriebe ausgeweitet werden. „Wir dürfen nicht zulassen, dass größere Unternehmen ihre eigenen Berichtspflichten an das Handwerk weiterreichen. Es muss klare Grenzen geben, welche Informationen von nicht-berichtspflichtigen Betrieben verlangt werden können“, sagt Bade. Entscheidend sei daher, dass der freiwillige VSME als maximaler Standard verankert werde.
Foto: Detlef Bade, Präsident der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade (© Fotostudio Sascha Gramann).
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