177 Durchsuchungen in Niedersachsen wegen Missbrauchsdarstellungen von Kindern und Jugendlichen
von LKA-NI am 28.03.2025 177 Durchsuchungen in Niedersachsen wegen Missbrauchsdarstellungen von Kindern und Jugendlichen
Hannover (ots)
Vier Tage lang wurden in Niedersachsen Durchsuchungsbeschlüsse wegen des Verdachts der Verbreitung, des Erwerbs und des Besitzes kinder- und jugendpornografischer Schriften vollstreckt. Vom 24. bis 27. März 2025 nahmen die niedersächsischen Polizeidirektionen Göttingen, Hannover, Braunschweig, Lüneburg, Osnabrück und Oldenburg an der "Action-Week" teil. Koordiniert wurde die Aktion auch in diesem Jahr von der Ansprechstelle Kinderpornografie im Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen.
Die "Action-Week" richtet sich gegen Personen, die Missbrauchsdarstellungen von Kindern oder Jugendlichen herstellen, besitzen und verbreiten. Sie soll jedoch auch das Bewusstsein für die Gefahren sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen in der Bevölkerung schärfen und vor allem hinsichtlich einer unbedachten Weiterleitung inkriminierter Dateien sensibilisieren. LKA-Präsident, Friedo de Vries, findet klare Worte: "Sexualisierte Gewalt ist eine der traumatischsten und verabscheuungswürdigsten Formen der Kindeswohlgefährdung. Mit der konzentrierten Aktion wollen wir auch auf die Situation der Opfer aufmerksam machen. Wir dürfen nicht zur Normalität übergehen. Wir alle sind gefordert, Kinder zu schützen und beherzt Taten sexualisierter Gewalt anzuzeigen. Wir ziehen die Täter aus der vermeintlichen Anonymität des Internets in das Licht und zur Rechenschaft."
Für die Niedersächsische Ministerin für Inneres und Sport, Daniela Behrens, zeigen die Ergebnisse der "Action-Week" wie wichtig der anhaltende Einsatz der Sicherheitsbehörden in diesem Bereich ist: "Der Kampf gegen Kinderpornografie und diejenigen, die sie verbreiten und konsumieren ist ein elementarer Schwerpunkt der Arbeit der Polizei Niedersachsen, das macht auch diese Aktionswoche wieder sehr deutlich. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten für ihr großes Engagement im Kampf gegen diese widerlichen Straftaten und für den Schutz von Kindern und Jugendlichen, denen immer noch viel zu häufig grausames widerfährt. Damit wir diesen Kampf in Zukunft noch effektiver führen können, hoffe ich sehr, dass sich die zukünftigen Koalitionspartner in Berlin auf die Einführung einer europarechtskonformen Form der Speicherung von IP-Adressen einigen und diese dann auch schnell umsetzen."
Im Rahmen der polizeilichen Maßnahmen wurden 177 Durchsuchungsbeschlüsse von 288 eingesetzten Kräften in Niedersachsen vollzogen. Dabei wurden bei 187 Tatverdächtigen insgesamt 755 Datenträger beschlagnahmt, welche nun im weiteren Verlauf von polizeilichen Fachkräften gesichtet werden.
Das LKA Niedersachsen möchte alle Bürgerinnen und Bürger explizit dazu aufrufen, aufmerksam zu sein, verdächtige Aktivitäten zu melden und bei der Polizei anzuzeigen. Hinweise können persönlich, telefonisch oder online unter https://portal.onlinewache.polizei.de erfolgen. "Jeder Hinweis kann entscheidend sein, um Kinder zu schützen und Täter zu stoppen.", betont LKA-Präsident Friedo de Vries.
Fragen zu den regionalen Maßnahmen werden von den örtlichen Polizeiinspektionen beantwortet.
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